Ich bin halt ich

Warum bin ich dem Drang verfallen,
alles um mich herum mit Worten nachzubauen?
Wer flüstert sie leise in mich hinein
noch vor dem Morgengrauen?
Weshalb singen die Vögel gerade mir
so früh ihre Lieder zu?
Warum lassen besondere Frühlingsgedanken
mich nicht los, nicht in Ruh‘?
Ich bin halt ich, ich bin nicht du!

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Reißaus

So viel und oft wird gesagt: Damit musst du eben leben!
Es ist wie überall. Es tönt wie Überfall.
Wir leben in Zwängen, in unteren Rängen,
die Erde, sie wird erpresst, wirkt deshalb wilder…

Jetzt geh ich hinaus, nehme Reißaus vom Grauen der Welt,
freue mich, dass alles dem Lenze hin strebt,
die Natur auf ihre Weise in Schönheit lebt.

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Worte einer Flachländerin

In naher Umgebung mag ich, nun sagen wir,
zwei Berge, quasi Alpen für Zwerge.
Wenn ich dort oben stehe,
mit verklärtem Blick in die Ferne,
wähne ich mich im Gipfelglück,

Der Milan, als Späher, ist genau so verzückt,
ihm ist der Aufstieg spielend geglückt.

So hoch steh ich da über Wald, Wiesen
auch allem anderen,
bin zufrieden und froh ganz ohne Grund,
wenn nur meine Augen wandern….

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Loslassen

Diesmal ging sie ohne Tränen
hat losgelassen von allein
ich wünsch dir Glück
mein kleines, großes Mädchen
es muss so sein
die Zukunft wartet
dein neu gewähltes Leben
es treibt dich weg von hier
doch du hast gutes Rüstzeug
ich vertraue dir
pack es an
und bleibe wie und was du bist
ein lieber, herzensguter Mensch
ein Optimist
nun lass auch ich dich los
doch werde in Gedanken ich oft bei dir sein
eins bleibt gewiss
du bist nie allein
Gott schütze dich!

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Lieblingsplatz

Mein bester Raum zum Gedanken denken
ist das Gebüsch unter der großen Buche.
Ich suche keine Worte für’s Gedicht,
genau dort finden sie mich.
Hier ist jeder Tag wie für mich gemacht.

Und bald fliegen wieder die Nachtigallen auf,
hören sie mich kommen.
Der Jahreslauf kommt einfach so
geträumt vorbei geschwommen.
Dann, wenn die Nachtigallen ihre Lieder schlagen,
muss ich nichts wagen,
nur wissen, hier gehöre ich gerade in diesem Moment her.
Diese, meine kleine Welt gefällt mir sehr.

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Haiku-Reihe

Der Buchfink singt laut.
Er wirbt um seine Liebe.
Frühlingsgefühle.

Die Weidenkätzchen
glitzern silbrig hell am Baum.
Ein Frühlingsahnen.

Noch läuten sie nicht.
Osterglocken im Garten.
Bald färbt sich das Beet.

Die Wiese erwacht.
Bunt die Kroküsschen leuchten.
Frühlingsfarbenpracht.

Das Taubenpärchen
gurrt mir laut Frühlingslieder.
Stille. Ein Kater.

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Genau dann

Manchmal habe ich dieses Bedauern in mir,
wenn ich an so vielen Dingen nur vorüber gehe,
wenn nur mein Lächeln bleibt für Menschen,
die ich im Vorübergehen sehe.

Genau dann will ich anders sein.
Genau dann will ich anders leben….

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