…ein sonniges Gemüt

die sonne des tages
scheint kraftvoll
von blauweißer wolkendecke
ich lausche gespannt
und recke
mich deinem
flüstern entgegen
es wird sich legen
murmelnd
als erotisches verlangen
auf uns herab
etwas wundervolles war es
was uns so mancher tag hier gab
lass es atmen
in süßen tiefen
dieses heiße fieber
du wirst es spüren

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Die Welt missfällt….

Diese Unendlichkeit der Welt
schrumpft zur Zelle,
die gefangen hält.
Weitschweifig 
flieht selbst die Leere mancher Dinge,
wenn sich Engstirnigkeit zeigt.

Die Welt missfällt.

Die Klarheit flüchtig.

Schmerzhaft die Realität.

Viel zu viele
leben im Schatten 
vom Licht.

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suspekt

Du hast um mein
*Schönes-Wochenend-Ticket* gebettelt.
Ich fragte: Bist du obdachlos?
*Wohnungslos, bitte schön*,
korrigiertest du mich
und erzähltest,
dass du mit meiner Karte
noch nach Düsseldorf willst,
von dort mit viel Glück nach Wien.
*Habe ja so schon ganz Europa gesehen* –
und – ich hätte eine schöne Jacke an.
Sie trug Schuhe von Adidas und 
eine Tasche von Rebecca Minkoff,
Paddoksjeans und von Hugo Boss
den Mantel.
Meine Karte bekommst du nicht, sagte ich,
denn die Steuern bezahle ich schon
mit für dich.
„Und meine Jacke, auch die behalte ich!“
(die Karte bekamen zwei junge Afrikaner von mir,
die mich zuvor höflichst fragten, ob sie auf meine
Karte mitfahren dürften!)

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…für uns

Gelebt schon ein gutes Leben, ohne sie richtig zu kennen.
Nicht einmal geahnt hatte er, dass es sie so gibt.
Ein gewisser Augenblick war es, da erschien ihm
das Leben ohne sie undenkbar.
Nicht, dass ihn die Liebe wie ein Blitz getroffen hätte,
um seiner Verzauberung einen Namen zu geben.
Nein. Das nicht.
Seine Wasser flossen bisher sicher nicht immer ruhig.
Doch eins mit der Erde, den Wolken und allem Grün
und voller Kraft sowieso, das war er.
Bodenständig.
Als er sie kennen lernte, war dies ein Überflutetwerden
mit warmem Licht.
Und von Beginn an mit völliger Selbstverständlichkeit.
Vielleicht waren sie beide schon seit langer Zeit
miteinander verabredet gewesen.
Denn er spürte, in ihr brodelt das Feuer mit der gleichen Gabe,
beide Kräfte zu vereinen.
Sie war eine kleine Flamme im dichten Nebel.
Sie hatte ihn sonderbar berührt.
Sie war ein Ruf, dem er ab da nur all zu gern folgte.
Er fühlte Schwärme von Bildern in sich aufsteinen.
Alle zogen sie an seinem inneren Auge vorüber.
Er nährte alle Magie, die damit verbunden war.
Seine Hand liegt schützend noch immer darauf.
Und er redete mit dieser kleinen Flamme,
die Gedanken, Gefühle, Träume und Bilder in ihm
zu einem großen Feuer machte.
Er macht sie glücklich.
Sie ist glücklich.
Immer noch!

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Gartensplitterchen

Ihr Schwertlilien
So hoch und in dunkelblau
Kontrast dem Himmel

Gänseblümchen fein
schmücken grüne Wiese weiß
Schönheitstupferchen

Oh, Stiefmütterchen
Farbenfrohe Gesichtchen
Fensterln Freundlichkeit

Blühende Rose 
Rot für die Liebe, das Glück
Betörend dein Duft

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Dieser Blick

Auch wenn deine azurblauen Augen,
mit der Tiefe des Ozeans,
alles überschwemmen und
abtauchen lassen, 
so reden deine Worte Rosen,
deren Dornen alles nieder stechen.
Selbst die Versprechen
kleben wie Karamell
am Denken fest.
Doch es fängt immer mit dem Blick
in die Augen an….

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