Hoffnung

Die Fahne der Hoffnung
habe ich vom Fahnenmast eingeholt,
sie zusammengerollt.
Vom Wind schon arg mitgenommen,
hing sie in Fetzen flatterhaft
ohne Kraft.
Ich werde sie nähen, fein besticken,
mein Selbstwertgefühl damit
neu beglücken,
sie hissen,
in die richtige Windrichtung drehen.
Denn Hoffnung bleibt,
wird nie vergehen.

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Nichts erfahren wir wirklich

Fast alle Bäume sind kahl.
Selbst die Schatten
haben sie abgeschüttelt.
Eine verständliche Sprache
aus ungesagten Worten..
Verstehen wir sie immer?
So unergründlich tief ist die Natur
mit der wir leben.
Erfahren wir jemals
deren ganze Wahrheit?

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Heute, ein Dienstag

Der Regen zieht sich in den Wald zurück.
Ich hoffe, mit viel Glück auf ein paar Sonnenstrahlen.
Ansonsten bewahren wir die Regeln, die das Leben uns stellt.
Die das Leben uns stellt?
Wir in dieser Welt haben davon schon viele sehr leichtsinnig
vergeudet, verbraucht.
Abgetaucht baden wir unschuldig im Rest.
Die, die sich heute wieder bewegen,
ließen nicht nur ihre Namen zurück.
Andere Augenblicke treten in den Hintergrund und
erleichtert stellt sich die Gewohnheit dazu.
Worte sitzen fest, Gedanken gehen auf die Reise
und ich frage mich auf meine Weise:
Ist alles klar?
Was meinst du?

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Was mir einfällt,
auf das, was mir auffällt
in dieser Welt,
lässt in meinem Alltag
eine gewisse Spannung zu
und im Nu,
im totalen Durcheinander
das Wesentliche zu finden,
dies auch noch zu ergründen,
ob es das Wesentliche ist –
wenn nicht –
ach, ich hör auf mit dem Mist.
Ihr werdet die Ernsthaftigkeit
schon ergründen, sie finden…

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DER 9. November

Mir war gerade irgendwie anders zumute, weil ich wieder an diesen besonderen Novembertag dachte. Mit Kerzen und Gebeten sind wir los gelaufen, ohne Krawalle, ohne Hass, schweigsam oft, vollkommen friedlich. Mit Kerzen und Gebeten!

Es wird so viel darüber gesagt, doch nachempfinden können es nur die Menschen, die dabei waren. Wir mussten in der DDR leben, wir haben uns das nicht ausgesucht, es wurde politisch so entschieden! Und – Es hätte auch anders herum kommen können, als die Verteilung stattfand, wir in die Amerikanische Besatzungszone, der Westen in die Russische….

Wir sind keine schlechteren Menschen als anderswo.

Vielleicht sollte ich einmal von der Freiheit schreiben, über die wir oftmals
auch belächelt werden. Nein. Für mich war es nicht die Freiheit nach „Malle“
zu können. Es war eine innere Freiheit, die immer beengter wurde.
Man war schon tags mehr auf Arbeit als Daheim. Dann, endlich Urlaub.
FDGB-Heime sorgten für Aufenthalte in anderen Städten, nahe am eigenen Gebirge, am eigenen Wasser. Angekommen, ach, es war keine Überraschung, da war die Kollegin aus dem gleichen Betrieb, die schon da war, da kam das Ehepaar an unseren Tisch und fragte lachend, ob wir die Bekanntschaft vom vergangenen Jahr wieder auffrischen lassen möchten und auf dem Wanderweg kam uns schon freudig lachend die Bäckersfrau vom Nachbarort entgegen…
Unfrei fühlte ich mich, so sehr unfrei.
Auch beim Zelten, stets traf man auf Menschen, die man in all den vergangenen Jahren schon traf.
Nein, wir konnten nicht ausweichen, nie war man fremd, nie allein. Bedrückend dies über so viele Jahre. Enger und enger zog es uns zu…..

Und heute lässt es mich immer noch schwer beschreiben, dass ich mit gelaufen bin, dass ich Veränderung wollte, raus wollte…dies ist eigenartig, da bin ich wie in einer Blase gefangen… vielleicht, weil die Emotionen damals unbeschreiblich waren…
Das kann nur jemand wissen, der auch dabei war, niemand sonst!

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