Nachtgedanken

Unermesslich die Nachtschwärze.
Unter dem Sternenhimmel
ducken sich Haus, Hof und Garten.
Der Schrei einer Eule nur
bricht solche Stille.
Mein Blick –
poliert von den Sternen,
meine Lippen –
satt vom Schweigen.
Solche Momente sind
für ein verstehendes Lächeln gemacht.
Und mein Fenster
leuchtet lange noch
in dieser Nacht…

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Worte

Worte sind oft Keime der Hoffnung.
Sie schmeicheln seidig,
verlocken begierig,
fesseln sofort
und lösen in der Tiefe
ein ganz bestimmtes Gefallen aus,
klingen nach,
schenken einen Hauch von Unfassbarem
und widerstehen dem Vergessen.

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Leere

Manchmal habe ich eine ganz andere Sehnsucht
(so wie gerade)

Eine Sehnsucht, die nach Worten sucht,
die sich einfügen in mein Denken.

Doch sie ziehen sich zurück,
weichen meiner Fantasie aus,
stellen meine Gedanken und mich in Frage.

Ein Gedicht also.
Mit Sicherheit kein gutes.
Mit wenig Anfang
und in der Mitte findet sich auch nicht viel.
Das Ende bleibt bestimmt offen.

Also Punkt.
Und Schluss.

Manchmal glaube ich
das Leben hat nicht genug Zeit,
alle missglückten Anfänge
in einen wirklich richtigen Beginn zu bringen.

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K/Ein Nichts

Ich bin ein Nichts –
ein Zahn in einem Rad.
Ich bin ein Nichts –
ich darf als Samenkorn
verfaulen oder überleben.
Ich bin ein Nichts –
ein kleines Blümchen nur
auf einer großen Wiese.
Ich bin ein Nichts –
ihr würdet’s nicht bemerken,
wenn ich fehlte hier.
Ich bin ein Nichts –
ein Stern im Sternenmeer des Himmels.
Ich bin ein Nichts –
ein kleines Etwas dieses Weltgetümmels.
Ich bin ein Nichts –
ohne Form, ohne Maß.
Ich proste euch zu,
euch kleinen Dingen dieses Lebens.
Ich bin ein Nichts –
doch nie bin ich vergebens.

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Dieser Tag….

Dort steht der Baum.
Er steht schon immer da.
Nie sah ich ihn so wie jetzt.

Ein Baum von so vielen.

Vor einigen Jahren
wurde an diesem Baum
ein Auto ausgebremst.
Er wechselte die Fahrbahn,
ohne es zu wissen.

Der Tod kam zu ihm
schon wenige Augenblicke davor.

Heute ist wieder der Tag der Rose….

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Gedankliches

Gedichte sind meine Welt.
Ich mag die, die sich mir aufdrängen,
die fließen und sich niederlassen.

Ein Gedicht,
das sind Worte.
Sie gut zu schreiben
kostet Mühe, Überlegungen.
Wesentliches will ausgesprochen sein.
Jedes Wort braucht Profil.

Tschechow hatte Recht
als er sinngemäß meinte, dass beim Schreiben
jede/r Schreibende das Unmögliche versucht,
um die Dinge so zu benennen
wie sie sich noch nie jemand gesagt…

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Wunder

Manchmal ist mir, als würde das Universum seine Grenzen erweitern.
Ich bemühe mich, die Schwarz-Weiß-Logik dieser Welt zu missachten
und freue mich an den Wundern, die mir über den Weg laufen,
sich vielleicht auch durch die Lüfte schwingen.
Ich bin bereit, an deren Wahrnehmung zu glauben,
denn ich kann dabei mehr gewinnen als verlieren.

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