Bild-Inspiration

Ich kam dem Hintergrund sehr nahe
in deinem Bild,
welches meinen Geist durchspülte.
Mein Denken mochte nicht
an der Farbe kratzen,
mein Blick allein
schmolz die Farben ein.
Ich hörte tief
und sah den Rest
eines heimlichen Wunsches
am Pinsel kleben,
den deine klagende Hand
noch hielt.

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*Zu Hause ist anderswo*, von Monika Kunze

Manchmal muss man an den Ort zurück, an dem alles passiert ist… So dachte damals auch meine Mutter, als sie ihre Heimat, die im Sudeten war, besuchte… Dieses Buch spielt nur einen Steinwurf entfernt vom Ort meiner Mutter und ich lese dieses Büchlein wohl schon, ach ich weiß nicht, zum wie vielten Male…
Ich finde alles darin wieder wie meine Mutter es erlebte – das Arbeitslager, indem ihr Vater starb, die Armbinden die alle tragen mussten, worauf *Nemec* (Deutsche) stand, und als sie dann binnen weniger Stunden raus mussten aus ihrer Heimat, mit geringstem Gepäck nur um des nackten Lebens willen – meine Oma mit drei Mädels und einem Kleinstkind -… Meine Mutter durfte in ihr Elternhaus hinein, fand ihren eigenen Schrank in ihrem *Kinderzimmer* und an der Wand noch das gerahmte Foto ihres Vaters. Die Tschechin nahm es von der Wand und *schenkte* es ihr…..

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Uralte Eiche

Mir ist, als schaut mich meine uralte Eiche
aus wimpernlosen, noch fest geschlossenen Augenlidern an.
Augenlider, die sie bald wieder ganz öffnen wird,
dann, wenn die Sonne sich flüchtig
von ihrem Blattgrün in den Schatten verirrt.

Mir ist, als warten in jedem Ast meine Worte
sprungbereit, winterflüchtig,frühlingssüchtig.

Nein. Sie werden dich, Baum, nicht zu früh verlassen,
der Winter wird deine ersten Triebe
hoffentlich nicht mit Frostfingern fassen.
Schließ die Augen, lass sie noch zu.
So finden meine Frühjahrsworte
in dir noch nötige Ruh‘.

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Hoffend

Die Sonne strahlt in den Tag,
der Falke sitzt auf der Lehne
des Gartenstuhls und
schmachtet die Spatzen an.
Ich lache zu seinem Mut,
packe das Paket
der Zufriedenheit aus
und hoffe,
dass das Heute auch noch
Morgen geschieht.

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Ich darf vom Winter träumen

Viele Gedanken hatte ich im Herbst ausgesät
im Garten hinter dem Haus.
Sie sind Träume geblieben,
Träume der vierten Jahreszeit –
denn die Saat ging nicht auf,
der Boden zu hart,
die Temperaturen zu lau.

Die Uhr des Winters steht.
Die Zeit lässt es geschehen,
lässt zu, dass nur Gedanken
dem Schnee gehören,
Gedanken in klirrender Luft.

All dieses schwärmerische Denken
gehört einer Zeit, die die Zeit aufhebt,
die alles anders erscheinen lässt,
in der ein besonderer Zauber inne wohnt,
die sich im Licht bricht
und rote Nasen formt.

Mein Blick nach oben vermisst
das fallende Weiß,
das wirbelnde, tanzende,
geräuschlos schwebende Weiß –
einem Etwas aus fast nichts.

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Zu guter Letzt

Zu guter Letzt
bleibt von Neujahr
auch nur ein Rest, der,
der von Silvester blieb.

In mir noch ein Lied,
mit dem das Neue begann,
es schloss mich ein
in seinen Rhythmus
als das Alte zerrann.

Ich erdenke, was ich schreibe neu,
dauere manchmal einfach so vor mich hin,
und spüre, das Jahr ist im Lauf.

Ich werde so alt sein wie ich mich fühle,
auch so alt wie ich bin.

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Zum Beginn des Neuen

…noch jung ist’s
Noch ganz jung ist’s.
Und doch stehen wir- schon
wieder mitten drin.

Ich halte nicht viel
von Fragen:
Wie wird es werden?
Was wird es bringen?
Für mich ist das Jahr
ähnlich einem Gedicht.

Es kommt wie es kommt,
oft einfach so, dann überraschend,
leicht, auch schwer.

Annehmen muss ich alles,
ob gewollt oder ungewollt.
Das Ungewollte
wird mich stärken.
Das Gewollte lässt mich
glücklich sein.

Kommt mit, beschreiten wir es,
alle nach eigenem Willen,
gemeinsam im Wollen..

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